Vielleicht fragst du dich schon seit Jahren, warum du im Urlaub nicht abschalten kannst. Dabei hast du dich so auf darauf gefreut.
Schon Wochen davor hast du geplant, was du alles noch erledigen musst, damit du dann ganz entspannt auf Urlaub gehen kannst. Viele Stunden steckten in der Planung, ja sogar Überstunden hast du gemacht, damit sich alles ausgeht.
Weiterlesen: Gerade mal aus dem Urlaub zurück – und die Erholung ist schon wieder dahin. Was steckt dahinter?Und dann erst die Vorbereitungen zuhause: alles noch sauber machen, die Versorgung von Haus und Garten organisieren, den Kühlschrank leeren und so vieles mehr. Das hat dich auch so manche Nachtruhe gekostet, weil du nachts noch To-do-Listen im Kopf geschrieben hast.
Dann war er endlich da: der ersehnte Urlaub
Nach der stressigen Anreise konntest du es dir endlich auf der Liege am Pool gemütlich machen. Du hast dich wohlig ausgestreckt, deinen Lesestoff in die Hand genommen und zu lesen begonnen – nur um zehn Minuten später festzustellen, dass du vom Gelesenen absolut nichts mitbekommen hast. Deine Gedanken waren immer noch bei der Arbeit.
Also der nächste Versuch … selbes Ergebnis.
Na dann eben in den Pool …
Dort hast du es genau fünf Minuten ausgehalten. Irgendetwas in dir hat dich wieder herausgetrieben. Du konntest nicht einmal benennen, was es eigentlich war – ein unangenehmes Kribbeln in deinem ganzen Körper, das dich nicht zur Ruhe kommen ließ. Langsam hast du begonnen, dich darüber zu ärgern.
Warum kann ich nicht abschalten?
So ging das noch die nächsten Tage weiter.
Doch dann endlich konntest du zum ersten Mal wirklich entspannen. Du hast die Wärme der Sonne auf deiner Haut genossen, das angenehm kühle Wasser, die Landschaft, einfach alles um dich herum. Und während du gerade festgestellt hast, dass es nun endlich klappt mit der Erholung, war er schon wieder da – dieser Gedanke:
Verdammt … in ein paar Tagen ist alles wieder vorbei.
Die Heimreise, die Wäsche … Was hat sich inzwischen zuhause getan? Sind die Pflanzen vertrocknet? War die Katze krank? Habe ich den Nachbarn mit der Betreuung zu viel Arbeit aufgehalst?
Und dann erst der Job …
Wie viele E-Mails werden auf mich warten? Wieder 350 wie im letzten Jahr? Der Chef mit fünf neuen Projekten? Und wie hat die Kollegin die Vertretung hinbekommen? Hat sie wieder die Arbeit einfach liegen gelassen und wird mir mit einem aufgesetzten Grinsen sagen: „Sorry, aber es war so viel zu tun …“
Das war es dann mit der Entspannung.
Schließlich ist es so weit. Nach der stressigen Heimreise mit Flugverspätung und Koffersuchen bist du wieder zuhause. Einkaufen, Wäsche, mit der Katze zum Impfen (geht sich ja sonst nie aus) – das volle Programm.
Am Sonntagabend zieht sich dein Magen beim Gedanken an den Montagmorgen zusammen. Die halbe Nacht über sind deine Gedanken Karussell gefahren, obwohl du dir ständig eingeredet hast, dass du jetzt endlich schlafen musst – du musst ja morgen fit sein. Davon bist du jetzt ungefähr so weit entfernt wie die Erde vom Saturn.
Dann stehst du vor deinem Büro.
Der Chef überfällt dich sofort:
„Ach gut, dass Sie wieder da sind. Da ist noch dieses Projekt, wo Sie unbedingt gleich …“
Die Kollegin schiebt dir den Stapel unerledigter Arbeit hinüber.
„Sorry, ist sich nicht ausgegangen. Es war so viel zu tun.“ – Ja eh, hab ich’s doch gewusst – schießt dir durch den Kopf.
Du startest den Computer. Das E-Mail-Programm öffnet sich. Es beginnt zu synchronisieren …
Bling
Fassungslos starrst du auf die Zahl: 403 neue E-Mails.
„Was?“, schreist du innerlich. „Ich war doch nur zwei Wochen weg!“
Und während du am liebsten gleich wieder hinausrennen würdest, stellst du fest: Du bist fast noch erschöpfter als vor deinem Urlaub. Dabei bist du erst seit zwei Stunden wieder im Büro.
Der Urlaub hat nichts verändert. Alles ist wie vorher. Vielleicht sogar noch eine Spur schlimmer.
Warum passiert das bloß?
Warum schaffe ich es nicht, mich endlich zu erholen?
Was mache ich nur immer falsch?
Was stimmt eigentlich nicht mit mir?
Diese Fragen lassen dich nicht mehr los.
Warum fällt Abschalten im Urlaub so schwer?
Vielleicht führt dich eine ganz andere Frage viel näher an die eigentliche Ursache:
Kann ein Urlaub überhaupt für die Erholung eines ganzen Jahres sorgen, wenn du den Rest des Jahres über unter Dauerstrom stehst?
Ist das überhaupt möglich? Oder müsste die eigentliche Veränderung ganz woanders beginnen, damit dieser Urlaub überhaupt eine Chance bekommt, zu einer echten Quelle der Erholung zu werden?
Und noch eine Frage:
Wie sieht es eigentlich an den anderen Tagen des Jahres aus? An den Abenden, den Wochenenden, an Feiertagen? In den Nächten?
Kannst du da wirklich abschalten? Oder bist du innerlich ständig in Aufruhr?
Wenn du diesen Artikel liest, dann wahrscheinlich deshalb, weil du nach Antworten suchst.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl längst nicht nur aus dem Urlaub.
Nach Feierabend kreisen deine Gedanken weiter. Nachts wachst du auf und dein Kopf beginnt sofort wieder To-do-Listen zu schreiben und verschiedene Szenarien durchzuspielen. Am Wochenende holst du nach, was unter der Woche liegen geblieben ist.
Dann spricht vieles dafür, dass du im Dauerbetrieb feststeckst.
Wenn dein Kopf jahrelang gelernt hat, ständig Probleme zu lösen, Verantwortung zu tragen, für alle da zu sein und auf alles vorbereitet zu sein, dann schaltet er nicht einfach auf Knopfdruck ab, nur weil plötzlich Urlaub im Kalender steht.
Dein gesamtes System hat sich daran gewöhnt, ständig im Leistungsmodus zu sein. Da reichen ein paar freie Tage oft nicht mehr aus, um Erholung und Ruhe zu bringen. Vor allem dann nicht, wenn dieser Leistungsmodus unmittelbar nach dem Urlaub wieder auf demselben Niveau weiterläuft wie zuvor.
Und nüchtern betrachtet ist er nicht einmal während des Urlaubs vollständig verschwunden. Er wurde lediglich für kurze Zeit abgeschwächt.
Die eigentliche Erkenntnis:
Es ist weder an dir noch an deiner Urlaubsplanung etwas falsch.
Die ersehnte Erholung bekommt nur keine Chance, sich zu entfalten, weil dein Alltag den Rest des Jahres ständig dagegen arbeitet.
Der Urlaub kann seine Wirkung deshalb gar nicht richtig entfalten, weil die Daueranspannung deines Alltags jede beginnende Erholung immer wieder im Keim erstickt.
Der Urlaub ist nicht der Hebel, an dem die Veränderung beginnt.
Wenn du dich nach echtem Runterkommen von der Daueranspannung sehnst, kann das nicht erst im Urlaub geschehen. Es muss bereits in deinem Alltag beginnen.
Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur auf den nächsten Urlaub zu schauen, sondern auf das, was an den übrigen 51 Wochen des Jahres passiert. Denn dort entscheidet sich, ob Erholung überhaupt wieder eine Chance bekommt.
Was kannst du also tun?
Du kannst beginnen, genauer hinzuschauen und zu verstehen, was dich in deinem Alltag so sehr antreibt:
- Was genau kostet dich Tag für Tag so viel Energie?
- Welche Situationen bringen dich immer wieder an dieselbe Grenze?
- In welchen Schleifen drehst du dich immer wieder, egal, wie sehr du dich bemühst, aus ihnen herauszukommen?
- Warum reagierst du immer wieder auf dieselbe Art und Weise, obwohl du es eigentlich gar nicht möchtest?
- Mit welchen Überzeugungen gehst du durch deinen Alltag?
- Gehören diese Überzeugungen überhaupt zu dir – oder hast du sie irgendwann von anderen übernommen?
- Und schließlich: Kannst du dir ein Leben ohne all den Druck überhaupt noch vorstellen? Wie würde es aussehen?
Diese letzte Frage kann zu deinem inneren Kompass werden. Denn wenn du weißt, wohin du möchtest, kannst du beginnen, deinen Alltag Schritt für Schritt zu verändern – und ihn von all dem zu entrümpeln, was echter Erholung im Weg steht.
Und ich meine damit nicht nur den einen großen Jahresurlaub. Ich meine deine Abende, deine Wochenenden, deine Feiertage. Und vor allem auch deine Nächte.
Damit dein Feierabend auch wirklich wieder Feierabend ist.
Du möchtest dem Dauerbetrieb nicht länger ausgeliefert sein?
Dann findest du hier weitere Informationen zu meinem Programm:
👉 Feierabend im Kopf – Das Programm
Veranstaltungstipp:
Wenn du dir bewusst Zeit nehmen möchtest,
- um Abstand vom Alltag zu gewinnen
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Vier Tage, um aus dem Dauerbetrieb auszusteigen, den eigenen Mustern auf die Spur zu kommen und und einen Grundstein für echte Erholung zu legen.
Mehr zum Retreat
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